Projektname:
Elbquerung ElbB – Korridor B
Auftraggeber:
Amprion GmbH
Bauzeit:
Voraussichtliche Dauer der Interimsphase 03.2026 – 12.2026
Voraussichtliche Baudauer 01.2026 – 12.2032
Land:
Deutschland, Hamburg
Projektbeschreibung:
Die Elbquerung ElbB ist ein wesentlicher Bestandteil des Netzausbauprojekts „Korridor B“ des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. Das Projekt dient der Schaffung einer leistungsfähigen und zukunftssicheren Höchstspannungs-Gleichstromverbindung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende sowie zur langfristigen Sicherung der Stromversorgung.
Korridor B umfasst zwei Höchstspannungs-Gleichstromverbindungen, über die insbesondere freundlich erzeugter Strom aus den Küstenregionen Schleswig-Holsteins und Niedersachsens nach Nordrhein-Westfalen transportiert werden soll. Die Leitungen werden mit einer Nenngleichspannung von 525 Kilovolt ausgeführt und verfügen insgesamt über eine Übertragungskapazität von vier Gigawatt. Zusätzlich sind Leerrohrsysteme für zukünftige Erweiterungen vorgesehen.
Im Rahmen des Projektabschnitts ElbB wird die Elbe zwischen Wewelsfleth in Schleswig-Holstein und Wischhafen in Niedersachsen durch einen mehr als fünf Kilometer langen Tunnel unterquert. Die Elbquerung bildet innerhalb von Korridor B einen eigenständigen Genehmigungs- und Bauabschnitt.
Der Tunnel wird in einer Tiefe von rund 20 Metern unterhalb des Flussbetts mit einer Tunnelvortriebsmaschine im Flüssigkeitsschildverfahren hergestellt. Dieses Verfahren ermöglicht einen kontrollierten und sicheren Vortrieb unter den anspruchsvollen geologischen und hydrogeologischen Bedingungen im Bereich der Elbe.
Der Bohrdurchmesser der Tunnelvortriebsmaschine beträgt 4,95 Meter. Der fertig ausgebaute Kreistunnel weist einen lichten Innendurchmesser von rund 4,0 Metern auf. Der Tunnelausbau erfolgt unmittelbar hinter der Tunnelvortriebsmaschine mit 30 Zentimeter starken, vorgefertigten Stahlbetonsegmenten, sogenannten Tübbingen. Diese gewährleisten die erforderliche Stabilität, Dichtheit und Dauerhaftigkeit des Bauwerks.
Auf beiden Seiten der Elbe werden in Wewelsfleth und Wischhafen Schachtbauwerke errichtet. Diese dienen sowohl dem Tunnelbau als auch der späteren Einbringung und Installation der Erdkabel. Die Baugruben der Schächte werden durch ausgesteifte Schlitzwände gesichert.
Nach Abschluss der Tunnelbauarbeiten werden die Hochspannungs-Gleichstromkabel über die Schachtbauwerke in den Tunnel eingezogen und dort installiert. Die unterirdische Bauweise ermöglicht eine sichere, dauerhafte und vergleichsweise umweltschonende Querung der Elbe, ohne den Schiffsverkehr und die Nutzung des Flussraums dauerhaft zu beeinträchtigen.
Für die Herstellung der Elbquerung ist eine Bauzeit von rund sechseinhalb Jahren vorgesehen.