Projektname:
Sanierung der Weströhre des Karawankentunnels
Auftraggeber:
ASFINAG (Autobahnen- und Schnellstraßen- Finanzierungs-Aktiengesellschaft)
Bauzeit:
27.03.2026-29.04.2029
Land:
Österreich, Kärnten
Projektbeschreibung:
Nach der Fertigstellung und Verkehrsfreigabe der zweiten Tunnelröhre des Karawankentunnels beginnt mit 27.03.2026 die umfassende Sanierung der bestehenden Weströhre, die bereits im Jahr 1991 in Betrieb genommen wurde. Der rund 7.957 Meter lange Tunnel durchquert den mächtigen Gebirgsstock der südlichen Kalkalpen und trägt seinen Namen nach dem Karawankengebirge. Eine geographische Besonderheit besteht darin, dass die Staatsgrenze zwischen Österreich und Slowenien mitten durch den Tunnel verläuft. Der Auftrag umfasst die Sanierung des Tunnels auf österreichischen Staatgebiet und die baulichen Anlagen im Freilandbereich Nordportal.
Im Zuge der Sanierung wird die alte Zwischendecke, Betonfahrbahn, Fahrbahnentwässerung, Kabeltröge und Randsteine abgetragen. Danach erfolgen die Durchbrüche zu den im Zuge des Neubaus der Oströhre hergestellten Querschläge und die Betoninstandsetzung der Innenschale. Anschließend wird eine Zwischendecke eingebaut und das gesamte Tunnelbeschichtungssystem erneuert. Darüber hinaus entstehen neue Kabeltröge samt Kabeltrogabdeckplatten, moderne Bordsteine sowie ein vollständig überarbeitetes Fahrbahnentwässerungssystem und der Einbau einer neuen Betondeckenfahrbahn und Löschwasseranlage zur Verbesserung der Sicherheit und Funktionalität.
Auch im Freilandbereich sind umfangreiche Arbeiten vorgesehen, um die Zufahrts- und Portalbereiche an den erneuerten Tunnel anzupassen. Der Anschluss an das Nordportal wird instandgesetzt, die Fahrbahnen erneuert und die Entwässerungssysteme modernisiert. Brückenbauwerke im Bereich der Portale werden überprüft, abgedichtet und bei Bedarf saniert, um ihre Funktionalität langfristig zu sichern. Im Umfeld des Tunnels werden Stützwände, Böschungen und Steinschlagschutzanlagen ertüchtigt, um die Verkehrssicherheit auch außerhalb des Tunnels zu gewährleisten. Zusätzlich wird die Beleuchtung im Übergangsbereich zwischen Tunnel und Freiland angepasst, damit für Verkehrsteilnehmer ein sicherer und angenehmer Übergang gewährleistet ist.
Mit dieser umfassenden Modernisierung wird die Weströhre des Karawankentunnels sicherheitstechnisch und funktional auf den neuesten Stand gebracht. Nach Abschluss der Arbeiten verfügt der Tunnel über zwei modern ausgestattete Röhren, die gemeinsam eine sichere, leistungsfähige und zukunftsorientierte Verbindung zwischen Österreich und Slowenien bilden. Damit bleibt der Karawankentunnel ein zentrales Bindeglied im europäischen Verkehrsnetz und ein bedeutendes Ingenieurbauwerk der Alpenregion.